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Tag 22 (Tallinn-Narva, ca. 310 km):

Ich habe heute zwar "nur" 310
km vor mir, aber viele Punkte, die ich unterwegs ansteuern möchte.
Zuerst kommt der "Jägala" Wasserfall, dann eine Steilküste, die
leider kaum zu sehen ist, anschließend den verlassenen U-Boot Hafen
"Hara Allveelaevade Sadamas" und das schmucke kleine Städtchen
Altja, das direkt an der Küste liegt. Beim Herrenhaus "Palmse
Manor" wird ebenfalls ein kurzer Stop gemacht, der Mini-Wasserfall "Valaste"
ist wenig eindrucksvoll,
obwohl er über zahlreiche Stufen hart erkämpft werden will. Zuletzt
kommt das arme Dorf Viivikonna dran, das einen wahrlich traurigen
Anblick bietet: Viele Arbeits- plätze hingen von der Schieferölindustrie
ab, als das ab Mitte der 1970er langsam nachließ, verwahrlosten
viele Häuser, heute ist manches abgerissen, der Schutt liegt noch
herum, einige andere Häuser bzw. Ruinen trotzen noch der
Schwerkraft. Spät erreiche ich Narva, mein Zimmer ist völlig in
Ordnung, nur die zahlreichen Hausregeln" nerven etwas. Ich muß
schnell duschen, ich habe heute gut geschwitzt, die Klamotten sind
auch fällig. Narva ist wahrlich keine Touristenhochburg, es gibt
nicht sehr viel zu sehen, aber das "Highlight" für mich ist
ohnehin der
Blick hinüber nach Russland. Erstaunt stelle ich fest, das auf der
Verbindungsbrücke relativ viel Fußgängerverkehr ist - vermutlich
Pendler. Ein Hotel mit Restaurant erbarmt sich meiner,
anschließend lockt ein Irish Pub - Oh ja, hier gibt‘s einen! Die
Verständigung klappt, zumindest die jüngeren Leute sprechen ein
Basic Englisch. Ansonsten verstehe ich hier kein Wort: die
Alltagssprache ist Russisch - nicht, das ich bei Estnisch mehr
verstanden hätte, aber das hier ist noch mal eine andere
Hausnummer. 00:00 - man wird rausgeschmissen. Eine der vormals
ziemlich lauten Damen fragt mich, warum ich lachen würde, weil ihre
Freundin aus der Herrentoilette (!) nicht mehr rauskommt - Ich
versuche es ihr zu erklären, das klappt aber nicht - humorlos...
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| Jägala Wasserfall. |
Hätte ich auch gerne
probiert... |
Am ehemaligen U-Boot
Hafen... |
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| ...ist die Kulisse... |
...ziemlich
spektakulär. |
Fotomotive... |
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...und Ideen zur Umsetzung sind kein Problem. |
Palmse Manor. |
Altja - ein
schmuckes... |
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...Kleinod mit
Hobbit Häusern? ;-) |
Der kleine Juga
Wasserfall... |
...will erobert
werden. |
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| Viivikonna -
ehemalige... |
Bergarbeitersiedlung. |
Narva: Ist die
Besitzerin der Sandalen von der "Gegenseite" entführt worden? ;-) |
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| Ziemlich häßlicher
Bau... |
...vs. schmuckes
Rathaus. |
Die Promenade entlang
des Flusses Narva ist durchaus ansehnlich. |
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| Ivangorod Festungsbau. |
Ein echter Irish Pub -
wer hätte das gedacht. |
Ich mag bunte
Leuchtreklamen! |
Tag 23 (Narva-Tallinn, ca. 365
km):

Ziemlich warm am frühen
Morgen, ein Supermarkt hat sogar eine Brezel, aber Milch nur als
1-Liter Gebinde, da weichen wir doch besser auf Apfelsaft aus.
Spät komme ich weg, das liegt daran, dass ich nochmal zum Supermarkt
dackeln muss, da die Klinge meines Rasierers gebrochen ist. Der
Ersatz ist etwas klobig, dafür mit 3 Euro inkl. 4 Klingen ziemlich
günstig. Das Kloster Kuremäe sehe ich mir nur kurz von außen an.
Der riesige See Peipus ist von der Straße aus fast nicht sichtbar,
ich muß hundert Meter durch den Wald laufen, um ein paar Fotos zu
bekommen. Die BMW ist indes übersät mit Insektenleichen, das darf
nicht so bleiben, die nächste Tanke hat eine Wasch- gelegenheit.
Das Automuseum in Järva-Jaani ist eigentlich keines, eher sowas wie
eine Altfahrzeugsammlung auf einer großen Wiese. Sehr skurril: Sogar
hier auf dem Dorf ist alles digital, es ist keiner da, aber eine
Drehtür mit einem Kartenleser. Es finden sich alte Landmaschinen,
LKW, Busse, 2 Straßen- bahnen, militärisches Gerät, alte
Feuerwehren, PKW und Motorräder, das meiste aus russischer Produktion in
unterschiedlichen Verwesungszuständen. Ich biege gemäß Route nach
Süden ab, bis der Abzweig zur Schnellstrasse nach Tallinn kommt,
aber da wird gearbeitet, die Auffahrt ist gesperrt- Die Ausschilderung
führt mich nach ein paar Kilometern auf eine Schotterpiste! Also
umdrehen und nochmal probieren, diesmal klappt‘s, hat mich aber
fast eine 3/4 Stunde gekostet. Meine Unterkunft liegt nur wenige
hundert Meter von meiner letzten entfernt. Ich dusche gleich, da
ich durchgeschwitzt bin und morgen früh los muß, um meine Fähre
nach Helsinki zu erwischen, Frühstück hole ich mir auf der Fähre.
Im Irish Pub spielt eine ganz passable Band alte "Madness-" und andere
Hits. Ich sehe mir noch ein Fußballspiel im Fernsehen an, dann
geht‘s zurück zur Unterkunft.
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| Sehr martialisch... |
Peipus See. |
Kloster
Kuremäe. |
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Ein bemerkenswerter
Friedhof am Kloster. |
Sogar hier: Alles
digital! |
Alte Zastava (Fiat
Lizenznachbau). |
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| Ob alte LKW... |
...Kettenfahrzeuge... |
...Treibstofftanker
mit Allrad... |
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| ...Limousinen... |
... Motorräder und
Roller... |
...verweste
Fahrersitze... |
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...ausgemusterte
Straßenbahnen... |
...oder amerikanische Embleme, hier findet sich
fast Alles! |
Im Irish Pub in
Tallinn ist wieder Live-Musik. |
Tag 24 (Tallinn-Porvoo, ca. 150
km, Fähre):

Um 05:00 bin ich schon wach - viel zu früh. Um 07:30 passt‘s
besser, ich rödele alles zusammen und fahre los. Das befürchtete
morgendliche Verkehrschaos in Tallinn bleibt aus und so bin ich
viel zu früh am Terminal. Macht nix, besser zu früh... An Bord
brauche ich endlich was zwischen die Zähne: ein lasches und
geschmackloses Käse- brötchen und ein ordentlicher Kakao machen
zusammen 8,20... In einem Gang mache ich für eine Stunde die Augen
zu. Das Wetter zieht sich zu, aber noch ist‘s trocken. In Helsinki
halte ich kurz an und mache ein paar Fotos, zudem ändere ich die Route
nach Porvoo ab, sonst wäre ich zu früh dran. Ich habe eine
komplette Wohnung zur Verfügung, ziemlich geräumig. Auf in die
Stadt! Eine gewöhnliche Kleinstadt könnte man meinen, aber die
Altstadt vermittelt mit seinen Kopfsteinpflasterstraßen und den
hübschen Holzhäusern einen heimeligen Charakter. Zum Abendbrot gibt es
eine Pizza - mit Rentierfleisch! Hatte ich auch noch nie, schmeckt
"Anders". Es gibt einen Irish Pub, dort lerne ich einen Finnen
kennen, der mit einem Segelboot (!) unterwegs ist und unterhalte
mich angeregt mit ihm. Um 02:00 schmeißt man uns raus, nur ein Klub hat noch auf. Man verlangt 7 Euro Eintritt (!). Als ich ein Foto
machen will, weist mich eine Frau darauf hin, daß man das ohne
Genehmigung nicht dürfe - das weiß ich und weise meinerseits drauf
hin, daß ich kein Profi bin und die Bilder nirgendwo veröffentlicht
werden, aber sie stört sich daran, ich packe die Kamera weg. Aber sie
macht Fotos von mir - was soll ich davon halten? Ich verlasse den
Klub nach meinem Bier gleich wieder, das kam mich teuer zu stehen.
50 Meter neben dem Klub gibt‘s such noch ein Gerangel auf dem
Bürgersteig, ich nehme Reißaus. Erst um 03:25 bin ich zurück,
wobei mich die fast taghelle Nacht echt irritiert...
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Mit schönem Gruß nach
Olpe! |
Ziemlich dicker Pott. |
Trauriges
Frühstüück... |
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| Im Hafen von Helsinki. |
Blick auf die
orthodoxe Kirche. |
Fahren die Busse hier
eigentlich regelmässig? |
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Porvoo - die
Holzhäuser gibt es auch als "Skscraper"... |
Ein Pizzaautomat! |
Futuristische
Fußgängerbrücke. |
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Hübsch hier am Fluß
Porvoonjoki |
Ein Restaurantschiff. |
Sehr reizvolle
Altstadt! |
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| Rathausplatz. |
Blick von der
Fußgängerbrücke. |
Alte Salzspeicher. |
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| Schönes Stilleben... |
Blick auf's Rathaus. |
Die ehemaligen
Salzspeicher aus der anderen Richttung. |
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Und wieder gefunden:
Ein Irish Pub! |
Dekorativ beleuchtete
Altstadt. |
Und auch am Fluß
nett illuminiert. |
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