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Tag 25 (Porvoo-Helsinki-Fähre Travemünde, ca.
90
km):

Es gießt wie aus Eimern, trotz
Anorak werde ich ganz schön naß, als ich mir im 500 m entfernten
Supermarkt das Frühstück organisiere. Ich brauche fast 30 Minuten,
um das Mopped zu beladen, da immer wieder ein kräftiger Schauer
runtergeht. Ich entscheide mich - auch aufgrund des Wetters -
Helsinki nicht nochmal anzufahren, sondern direkt das Fährterminal
anzusteuern. Fast 2 Stunden Warterei, bis man endlich auf Deck
fahren kann, wenige Minuten später kübelt es heftig. Meine Kabine
ist recht geräumig, das ist ein klarer Vorteil. Gegen Abend wird
das Bordrestaurant angesteuert, da ich nicht vorgebucht habe, sind
satte 49 Euro (!) für das Buffet fällig. Dafür bekomme ich ein paar
ungesalzene, halbwarme Fritten, ein Hackfleischbällchen, etwas
Gemüse und ein Stück Mini- Pizza. Heftige Preise, dürftige
Gegenleistung. Mit einem Delmenhorster unterhalte ich mich nett,
später kamen noch zwei ebenfalls nette junge Finnen dazu, die mit
einem ziemlich fetten Benz Cabrio nach Berlin unterwegs sind - so
viel Bier wie an diesem Abend habe ich schon lange nicht mehr
getrunken... Zum Ausgleich lasse ich, kurz bevor die Bar schließt,
eine Runde Dalwhinnie Whiskey springen.
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Mangels 2. Passagier habe
ich ordentlich Platz in der Kabine. |
Chaos auf dem
Autodeck. |
Es gießt in Strömen,
als die Fähre ablegt. |
Tag 26 (Helsinki-Travemünde-Lübeck, ca. 1250
km, nur Fähre):

Zum Frühstück gibt‘s eine
Brezel und einen Karameldrink, der Rest des Tages vergeht mit
Gammeln, Dösen und Lesen. Viel mehr gibt es bis zum Anlegen am
Fährterminal in Travemünde am Abend nicht zu berichten. Obwohl bereits
alle in ihren Autos sitzen, lässt die Crew der Fähre uns noch 25
Minuten warten, bis wir von Bord fahren können und so ist es schon
nach 22:00, bis ich am Hotel bin. Die Rezeptionistin hat extra auf
mich gewartet - nett! Zu essen gibt es nur in einem
Schnellrestaurant noch was (diesmal nicht das mit den goldenen
Bögen...), aber das Menü am Terminal macht mich wahnsinnig, es
fügt wahllos Sachen hinzu - 2 Portionen Fritten statt einer und
eine Riesen- Cola, die lasse ich aber auf der Theke stehen. Wo
kriege ich noch was zu trinken? Nur eine kleine Kneipe am Bahnhof
hat noch auf, eine halbe Stunde Fußweg sind das. Ein uriges kleines
Teil (sogar Raucherclub!), in dem 2 Gäste sich dermaßen die Kante
gegeben haben, das 2 Taxifahrer ablehnen, die zu befördern, erst
der 3. spielt mit. Ich bin zum Glück noch ziemlich nüchtern und
bekomme daher problemlos eine Fahrgelegenheit, ich habe nämlich
keine Lust auf weitere 30 Minuten zu Fuß bei recht kühlem Wetter.
Was ich angesichts der späten Stunde aber nicht mehr schaffe ist,
einige Punkte aus meinem Navi zwecks Fotos anzusteuern - Schade!
Vor dem Hotel wird noch mein letztes lettisches Dosenbier geköpft
und der Urlaub Revue passieren lassen.
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Das Wetter ist mal
so und mal so... |
Die Perspektive
zählt... |
...wie man erkennt. |
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Leider habe ich mein
Schweißgerät nicht dabei... |
Das Wetter bessert
sich sichtbar. |
Angekommmen -
Travemünde. |
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| Der Hafen wartet. |
Unser Schwesterschiff. |
Ein einziges (und auch
noch) unscharfes Foto von Lübeck. |
Tag 27 (Lübeck-Bonn, ca. 510
km):

Aus dem Supermarkt ein Frühstückchen, dann wird‘s Zeit für die
letzten 520 km. Immerhin: die Wettervorhersage sieht ganz gut aus.
Wieder streikt mein Helmvisier, diesmal aber richtig - ich krieg‘s
nicht mehr in Gang. An einer Tankstelle hole ich mir ein Multitool
und fummele daran herum, mal sehen, ob das bis nach Hause hält. Es
hält, wenngleich ich das Visier nicht mehr richtig schließen kann,
meine Augen jucken und tränen. Nach der Ankunft wird abgeladen und
das Mopped in der Garage geparkt - 2 Stunden nach meiner Ankunft
regnet es... Ich kann kaum glauben, das 3 1/2 Wochen Urlaub schon
herum sind, das ging absolut Ratz-Fatz...
Fazit:
Ich habe
nicht ausgerechnet, wieviel mich der Urlaub gekostet hat, aber es
war auf jeden Fall günstiger als in manch anderen Ländern - die
Unterkünfte sind meist - abgesehen von größeren Städten wie Riga
oder Tallinn - deutlich preiswerter, auch die Dinge des
täglichen Bedarfs und die Mahlzeiten. Treibstoff war in meinem
Urlaubszeitraum minimal günstiger als in DE (1,75- 1,80 Euro für
E10). Eintrittspreise für Museen, Kirchen etc.sind etwa auf gleichem
Niveau wie hier. Die Landschaften sind nicht so spektakulär wie etwa
in Italien, Kroatien, Portugal oder Schottland, die Städte machen
aus meiner Sicht den Reiz aus, ob klein oder groß. Kulturelle
Unterschiede konnte ich nicht groß feststellen, auch ist mit
Englisch gut durch zu kommen, nur in manchen, deutlich
russisch-dominierten Gegenden gab es leichte Probleme. Speziell in
Lettland habe ich so einige Schotterpisten gesehen und auch befahren,
bei Regen ist das kein Vergnügen, speziell auf dem Motorrad! Der
Verkehr an sich ist aus meiner Sicht eher entspannt, außer am
späten Abend oder Nachts - ich habe auf vielen Landstrassen
deutliche Gummispuren gesehen... Lästig ist von DE aus die weite
Anreise: Entweder man fährt (von Bonn aus) gut 1500 km durch Polen
oder man nimmt die Fähre von der Ostsee aus. Also: Würde ich
nochmal hin fahren? Eindeutig JA! Mit dem Motorrad? Vielleicht...
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