Baltikum - 13.05. - 08.06.2026

Tag 16 (Tartu Stadtbesichtigung, zu Fuß):

Um 05:30 bin ich wach - viel zu früh, ich drehe mich nochmal um. Nach dem
Frühstück aus dem Supermarkt besichtige ich zuerst das KGB Museum,
dann die Engels- und die Teufelsbrücke. Es folgen 2 Kirchen, in der Johanniskirche
wird Orgelmusik gespielt - einfach mal 10 Minuten sitzen und genießen. Die
Domruine und der botanische Garten liegen auf dem Weg, dann laufe ich einfach
am Fluß entlang. Noch zum Nationalmuseum? Leider zu weit, das macht auch
schon in 2 Stunden zu. In einem Café hole ich mir einen heißen Kakao und ein
kleines Stück Kuchen. Ich sehe mir noch die "Neustadt" mit den Einkaufspassagen
etwas an, dann wird‘s Zeit für den vorläufigen Rückzug, den ich 1,5 Stunden
später wieder in der Gegenrichtung antrete. Was nehme ich heute Abend zu mir?
Ein Lokal fällt mir auf, das "Original Russische Küche" anbietet, aber ich finde es
im Internet nicht zwecks Kundenbewertungen, aber ein spanisches Restaurant
taucht auf - warum nicht? "Mein" Irish Pub hat Probleme mit der Brandmelde-
anlage, sie geht einfach los, woraufhin die Feuerwehr mit einem Einsatzwagen
auftaucht - Fehlalarm! Ein letztes kleines Bier bekomme ich um 00:20 ein paar
hundert Meter entfernt. Die Bedienung erkennt, das ich nicht mehr ganz Herr
meiner Sinne bin und fragt mich beim Verlassen, ob ich nach der Tür suche
- so schlimm ist‘s aber noch nicht. Wenn ich zurück zur Unterkunft noch ein
Schnellrestaurant gefunden hätte, wäre ich rein, aber ein Kebab- Imbiss ist
nicht mein Fall.
 

 
Im Flur des KGB Museums. Propaganda... ...überall.
Während der
deutschen Besatzung
Ziemlich enge Zelle. Ein Verhörzimmer.
Hier geht's zum Park rauf. Ein hübsches Café. Ruine des Doms
Hübsche Häuserzeile. Im botanischen Garten... ...finden sich exotische...
...Pflanzen und... ...auch ein paar Tiere. Entlang des Emajõgi.
Nein, das Kunstmuseum
habe ich nicht schief
fotografiert, es ist so...
Verbindungen zur Hanse
sind offensichltlich.
Für diesen Schweizer Straßen-
namen gibt es durchaus
historische Gründe.
Die Einkaufsmeile... ...bietet so ziemlich alles,
was man / frau so braucht.
Lecker!
In der Nacht stilvoll beleuchtet. SO sollte ein Irish Pub aussehen.

Tag 17 (Tartu-Haapsalu, ca. 280 km):

Nach 2 Minuten Fahrt muß ich schon wieder abladen: die BMW braucht wirklich
dringend eine Wäsche, zudem will ich Öl kontrollieren. Einen guten halben Liter
hat sie konsumiert, das wird nachgefüllt. Die Fahrt durch den Sooma Nationalpark
erfordert volle Konzentration: es ist eine ziemlich lange Schotterpiste, die Zeit frisst.
Es ist richtig kalt, zudem weht eine ordentlich kräftige Brise, gut, dass ich den Pullover
anhabe. Kaum zu glauben: in der Heimat sind‘s seit Tagen durchweg 30 Grad! Aber
ich meckere nicht, die Sonne lässt sich immer wieder blicken. Meine Unterkunft ist
ziemlich rustikal, Toilette und Dusche sind getrennt, Zähne putzen und rasieren geht
nur in der Küche am Spülbecken, der Holzfußboden ist zwar renoviert, aber auch
recht runtergerockt. Ich hole mir um‘s Eck direkt was für‘s Frühstück, da ich um
08:00 aufstehen muß, um meine Fähre zur Insel Saaremaa zu erwischen, das sind
von Haapsalu aus noch gute 80 km Fahrt. Das Städtchen kann ich nur als "adrett"
bezeichnen: gepflegte Holzhäuser, eine schöne Küstenpromenade, es gibt viel zu
sehen. Der Ort ist auf Touristen ausgerichtet, hat sich aber dennoch seinen Kleinstadt-
charme bewahrt. Ich knipse drauflos, was Kamera, Speicherkarte und Akkus
hergeben. Evtl. gelingen mir auch noch ein paar nette Sonnenuntergangsfotos, da
der Himmel nur leicht bewölkt ist - mal sehen. Ich hatte lange keine Pizza mehr,
das wird stante pede nachgeholt. Dazu ein italienisches Bier, einen Limoncello
hinterher und auch noch ein Eis aus Fior di Latte - italienischer wird‘s nicht mehr!
Dann wird‘s Zeit: Die Sonne geht unter, der Himmel ist fast wolkenlos - Fotosession!
Ich suche mir an der Promenade die besten Stellen aus, knipse mit diversen
Objektiven und Filtern los, reichlich Material landet auf der Speicherkarte. In der
Altstadt hat eine Bar noch auf, die wird aufgesucht. 2 Teens sprechen mich auf
meine Mütze an und sind erstaunt, dass ich aus Deutschland komme. Aus den
Web-Nachrichten erfahre ich, das es schon wieder Ärger an der EU Grenze gibt:
Eine Drohne ist in ein Wohnhaus in Rumänien eingeschlagen...

 

Verwaiste kleine Kirche. Schotterpiste im
Sooma Nationalpark.
Bildhübsch!
Irgendwo unterwegs. Haapsalu - Hauptstraße. Der kleine zentrale Platz.
     
Alte Festungsruine. Nur von weit weg sichtbar. Die Sonne lacht...
Farbenfrohe kleine Kirche. Am Ostufer. Am Kursaal.
Was hat der denn
hier verloren?
Die kleine Konzerthalle. Wunderschöner alter
Ford Modell A.
Der Sonnenuntergang... ...ist unglaublich... ...spektakulär!
Auch "verkehrt herum" sehenswert. Der Mond dagegen hat kaum
was zu lachen...

Tag 18 (Haapsalu-Saaremaa, ca. 320 km, inkl. Fähre):

Bin wieder mal viel zu früh wach - macht nix. Nach dem Frühstück und Aufrödeln
starte ich die 80 km bis zur Fähre. Mein e-Ticket kennt der Scanner aber nicht,
ich muß die Hotline anrufen. Aber man lässt mich trotzdem an Bord. Ich vermute,
daß es nicht klappt, weil ich offenbar zu früh dran bin, die Fähre fährt deutlich vor
meinem Zeitplan los, soll mir auch recht sein. Die Überfahrt dauert etwa eine halbe
Stunde. Die Fahrt über den Damm von Muhu zu Saaremaa nehme ich mit der
Helmkamera auf - dachte ich jedenfalls... Die Kamera hat statt eines Films nur ein
Standfoto produziert, ich muß den Damm noch einmal überqueren. Zuerst lockt
ein Windmühlenensemble (!), dann die Steilküste "Panga Cliff". Nach einigem
Zögern nehme ich dort auch zum ersten Mal die Drohne in Betrieb. Ein Pärchen
aus dem Stuttgarter Raum nötigt mir ein halbstündiges Schwätzchen ab. In diesem
Teil von Saaremaa gibt es endlich auch wieder mal Kurven! Gegen 17:00 bin ich
in Kuressaare, dort ist Stadtfest, die ganze Insel hat sich versammelt, um lokalen
Musikern auf der Bühne zu lauschen. Das Städtchen ist nett und sauber, die Burg
"Kuressaare piiskopilinnus" recht groß, gut erhalten und lohnt einen Besuch, einige
Fotos sind der Beweis dafür. Alt werde ich heute vermutlich nicht, ich bin zu müde.
Eine Bar in der Innenstadt wird noch zwecks Alkoholaufnahme besucht, dann geht‘s
Richtung Unterkunft.

Warten auf die Fähre. Da kommt der Gegenverkehr. Der Damm von Muhu
nach Saaremaa.
Verlassen oder nicht? Mühlen? Hier? Tatsächlich...
Die "Panga" Klippen sind
beliebtes Ausflugsziel.
Ähnelt verdächtig einem
Motiv auf der Isle of Mull.
Diese Farben...!
Wird als Foto-
Background genutzt.
Stadtfest! Ausblick auf das Schloß.
Sehr malerisch! Ein großes Gelände. Ziemlich gut erhalten.
Gepflegte Gebäude zieren... ...die Altstadt von Kuressaare. 


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TIPP:
Tartu ist eine Studentenstadt und dementsprechend gut besucht.
-  Haapsalu - eine schmucke Kleinstadt mit einer ansehnlichen Küste.
-  Die Insel Saaremaa sollte man sich nicht entgehen lassen, es gibt einiges zu
    sehen, das man in Estland nicht so oft findet, wie die Windmühlen, einige
    ordentliche Strände und als Motorrradfahrer nicht zu unterschätzen: Kurven!
 

Letztes Update: 25.06.2026