Tag 13 (Riga-Daugavpils, ca. 345
km):

Ich verlasse Riga, die nächste
Station ist Daugavpils. Unterwegs sichte ich eine
Waschanlage - die BMW freut
sich... In Daugavpils werde ich nur auf der
Straße parken können, das
gefällt mir nicht so recht. Daugavpils hat mit 50 %
den höchsten Anteil
russisch-sprachiger Bewohner, mal sehen, wie weit ich
da mit Englisch klarkomme! Ich
sehe mir die Burgruine von Koksnese an -
aber nur von außen. Das Wetter
schlägt spürbar um, es ist stark windig und
die Sonne hat Mühe, sich
durchzusetzen, aber die Temperaturen sind immer
noch OK. Als letzte
Sehenswürdigkeit vor meinem Ziel wird eine Jahrhunderte
alte Eiche angefahren - Wow!
Ein wahrlich stattlicher Riese, der zwar Stützen
benötigt, aber immer noch
blüht. Der Abzweig dorthin ist ausnahmsweise sehr
kurvig, ich nehme die
Helmkamera in Betrieb. Meine Unterkunft finde ich rasch,
aber wir kommt man rein? Ich
schicke der Unterkunft eine Nachricht, die Antwort
kommt prompt. Das Zimmer ist
Ok, wenngleich das Bett ein Schlafsofa ist. Die
BMW wird auf jeden Fall mit
allen "Fallen" bestückt, die ich habe, zudem
kommt die Plane drüber - am
frühen Morgen wird es Regen geben. Die Stadt
macht nicht viel her, nur eine
prächtige orthodoxe Kathedrale und eine Flanier-
meile mit Geschäften und
Restaurants, viel mehr gibt‘s nicht. Das ausgesuchte
Restaurant hat immerhin eine
englischsprachige Speisekarte, ich bestelle mir
ein Schnitzel. Der Kellner
warnt mich zwar, daß es groß sei, aber die Obszönität,
die dann - bedeckt von einem
Salatgebirge - auf meinem Teller landet, wäre
auch für 3 Personen völlig
ausreichend. Logischerweise schaffe ich es nicht
komplett - hoffentlich hält
sich der Küchenchef einen Bären oder mindestens
einen ausgehungerten Wolf...
Ein Spielcasino um die Ecke hat noch auf, das
suche ich zwecks eines
weiteren Bieres und eines Whiskeys heim.
Tag 14 (Daugavpils-Cėsis,
ca. 400 km):

Heute stehen wieder satte 400
km auf dem Plan. Es hat in der Nacht leicht geregnet,
dank Plane ist das Mopped
trocken geblieben. Frühstück schenke ich mir angesichts
des Monster-Schnitzels von
gestern... Eine kleine orthodoxe Kapelle kurz hinter der
Stadt erzwingt einen Fotostop.
Durch den Gauja Nationalpark macht das Fahren
endlich wieder Spaß: Kurven,
Sonne, wenig Verkehr. Schloß Cesvaine wird
angefahren und gebührend
bewundert, der Zvārtes iezis Felsen will erst erobert
werden: es geht einige
Kilometer über Schotterpiste. Das Turaidas pils Schloß und
die Gūtmaņa Ala Höhle erreiche
ich leider nicht, die müssten erwandert werden.
Das Wetter ist eigentlich
sonnig und gut, aber mit 16 Grad auch ein wenig frisch.
Mein letzter kompletter Tag in
Lettland übrigens, morgen geht‘s über die Grenze
nach Estland. Meine Unterkunft
ist ziemlich gut, obwohl das Haus von außen nicht
viel hermacht: Ordentlich
Platz und einer der größten Fernseher, die ich je gesehen
habe... Die Stadt Cėsis ist
zwar nicht groß, hat aber ein nettes Stadtbild mit alten,
teils restaurierten
Holzhäusern, einer Burgruine und gepflegten Plätzen. Ein
Café/Restaurant serviert eine
ausgezeichnete Pasta, die einer echten Italienischen in
Nichts nachsteht. Es wird in
der Nacht wohl regnen, auch morgen kann es naß
werden.