Baltikum - 13.05. - 08.06.2026

Tag 13 (Riga-Daugavpils, ca. 345 km):

Ich verlasse Riga, die nächste Station ist Daugavpils. Unterwegs sichte ich eine

Waschanlage - die BMW freut sich... In Daugavpils werde ich nur auf der

Straße parken können, das gefällt mir nicht so recht. Daugavpils hat mit 50 %

den höchsten Anteil russisch-sprachiger Bewohner, mal sehen, wie weit ich

da mit Englisch klarkomme! Ich sehe mir die Burgruine von Koksnese an -

aber nur von außen. Das Wetter schlägt spürbar um, es ist stark windig und

die Sonne hat Mühe, sich durchzusetzen, aber die Temperaturen sind immer

noch OK. Als letzte Sehenswürdigkeit vor meinem Ziel wird eine Jahrhunderte

alte Eiche angefahren - Wow! Ein wahrlich stattlicher Riese, der zwar Stützen

benötigt, aber immer noch blüht. Der Abzweig dorthin ist ausnahmsweise sehr

kurvig, ich nehme die Helmkamera in Betrieb. Meine Unterkunft finde ich rasch,

aber wir kommt man rein? Ich schicke der Unterkunft eine Nachricht, die Antwort

kommt prompt. Das Zimmer ist Ok, wenngleich das Bett ein Schlafsofa ist. Die

BMW wird auf jeden Fall mit allen "Fallen" bestückt, die ich habe, zudem

kommt die Plane drüber - am frühen Morgen wird es Regen geben. Die Stadt

macht nicht viel her, nur eine prächtige orthodoxe Kathedrale und eine Flanier-

meile mit Geschäften und Restaurants, viel mehr gibt‘s nicht. Das ausgesuchte

Restaurant hat immerhin eine englischsprachige Speisekarte, ich bestelle mir

ein Schnitzel. Der Kellner warnt mich zwar, daß es groß sei, aber die Obszönität,

die dann - bedeckt von einem Salatgebirge - auf meinem Teller landet, wäre

auch für 3 Personen völlig ausreichend. Logischerweise schaffe ich es nicht

komplett - hoffentlich hält sich der Küchenchef einen Bären oder mindestens

einen ausgehungerten Wolf... Ein Spielcasino um die Ecke hat noch auf, das

suche ich zwecks eines weiteren Bieres und eines Whiskeys heim.

  

 
Koksnese Burgruine. Oha - Moskau ist nicht
mehr weit weg... 
Beschaulicher kleiner See. 
Der Baum ist alt... ...und sieht sehr
eindrucksvoll aus.
Daugavpils.
Das Motiv macht in S/W
was her.
Bildschöne Orthodoxe Kirche... ...Borisa un Gļeba pareizticīgo. 
   
Eine Monströsität auf meinem Teller! Des Nachts - menschenleer. 

Tag 14 (Daugavpils-Cėsis, ca. 400 km):  

Heute stehen wieder satte 400 km auf dem Plan. Es hat in der Nacht leicht geregnet,

dank Plane ist das Mopped trocken geblieben. Frühstück schenke ich mir angesichts

des Monster-Schnitzels von gestern... Eine kleine orthodoxe Kapelle kurz hinter der

Stadt erzwingt einen Fotostop. Durch den Gauja Nationalpark macht das Fahren

endlich wieder Spaß: Kurven, Sonne, wenig Verkehr. Schloß Cesvaine wird

angefahren und gebührend bewundert, der Zvārtes iezis Felsen will erst erobert

werden: es geht einige Kilometer über Schotterpiste. Das Turaidas pils Schloß und

die Gūtmaņa Ala Höhle erreiche ich leider nicht, die müssten erwandert werden.

Das Wetter ist eigentlich sonnig und gut, aber mit 16 Grad auch ein wenig frisch.

Mein letzter kompletter Tag in Lettland übrigens, morgen geht‘s über die Grenze

nach Estland. Meine Unterkunft ist ziemlich gut, obwohl das Haus von außen nicht

viel hermacht: Ordentlich Platz und einer der größten Fernseher, die ich je gesehen

habe... Die Stadt Cėsis ist zwar nicht groß, hat aber ein nettes Stadtbild mit alten,

teils restaurierten Holzhäusern, einer Burgruine und gepflegten Plätzen. Ein

Café/Restaurant serviert eine ausgezeichnete Pasta, die einer echten Italienischen in

Nichts nachsteht. Es wird in der Nacht wohl regnen, auch morgen kann es naß

werden.

 

 

   
Schnuckelige kleine Kapelle. Cesvaine Schloß - prachtvoll. Hallo, Regine! :-) 
     
Zvārtes iezis Felsen.  (Mir) unbekanntes
kleines Schloß. 
Ungurmuiza Manor. 
Marktplatz. Ansehnliche Altstadt. Cēsu pils Burgruine.
     
Einige weitere Plätze... ...laden zum Verweilen und
Fotoshooting ein.
Der Himmel macht die
Szenerie dramatisch. 

Tag 15 (Cėsis-Tartu, ca. 240 km):

In der Tat: Die Frage ist wohl heute nicht, OB ich nass werde, sondern wie viel und
wie oft... Im Supermarkt wird schnell Frühstück geholt, dann geht‘s los. Während
ich noch das Frühstück genieße, höre ich ein Gewitter grummeln. Leider geht‘s
schon vor dem Aufladen los, kurz hinter Cėsis muß ich die volle Regenmontur
anlegen - ist aber auch besser so, denn es ist mit 11 Grad nicht gerade üppig warm.
Bald habe ich Estland erreicht, die Piste macht durchaus Spaß, bis mir so langsam
der Sprit ausgeht... Ich biege kurzerhand ab zur Stadt Voru, da findet sich eine Tanke.
Man könnte auch mal nach dem Reifenluftdruck sehen, der blöde Automat macht mir
aber den Hinterreifen erstmal platt! Ich habe eine Verlängerung für das Ventil dabei,
damit klappt‘s dann. Ich erreiche Tartu recht früh, komme aber mit den übermittelten
Türcodes nicht in mein Zimmer, die SMS sagt "ab 16:00", warten wir also ein Weilchen.
Die nehmen‘s genau: 16:02 und ich kann in mein Appartement, das leider im 2.Stock
ohne Aufzug ist, dazu noch diese dämlichen Türen mit Mechanismus, die einem gleich
ins Kreuz fallen. Gerade, als ich alles hochgeschafft habe, geht draußen die Welt unter!
Gut, daß ich das Mopped abgedeckt habe... Ich hau’ mich erstmal auf‘s Ohr... 2
Stunden später läßt der Regen endlich nach, ich mache mich auf, die Stadt zu erkunden.
Ziemlich schnell stolpere ich über einen Irish Pub, der hat Kilkenny vom Fass - Endlich!
Dann essen wir auch gleich da, macht die Sache einfacher! Ich überlege, ein Tages-
Busticket für morgen zu erwerben, aber die Busverbindungen zu meiner Unterkunft
sind nicht gut. laufen wir lieber. Aber bei der Rückkehr regnet es schon wieder,
angesichts dessen und zarten 9 Grad leiste ich mir ein Taxi.

Oje, dieser Himmel... Sooo schlimm ist diese
Straße aber nicht! :-)
Einige Graffiti gilt es...
...in Tartu zu entdecken. Eine Bar. Das Rathaus mit den...
...küssenden Studenten ist
DAS Fotomotiv in Tartu.
Die Neustadt macht nicht
so viel her.
Der Anblick hat was...
Und dieser Anblick
erst recht!
Auch bei Nacht gibt es... ...einige fotogene Ansichten.


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TIPP:
In allen baltischen Staaten sehe ich sehr viele Essenslieferanten auf
    fetten E-Bikes herumflitzen.
-  Was man dagegen kaum noch sieht, sind allte DDR oder russische Fahrzeuge.
-   Riga ist auch in der Vorsaison ziemlich beliebt und von Touristen bevölkert,
    aber zum Glück (noch) nicht überlaufen.
-   Die kleine Stadt Cėsis hat mich positiv überrascht, da lohnt sich ein Besuch!

Letztes Update: 24.06.2026