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Tag 7 (Vilnius- Šiauliai, ca. 390
km):

Es nieselt leicht, alles Grau
in Grau, dennoch soll‘s heute trocken bleiben - hoffentlich.
Bleibt‘s zum Glück auch. Ein kleiner Abstecher zum Aukštaitija
Nationalpark lohnt die Ausblicke, für die Fotos läßt sich sogar kurz
die Sonne blicken, ansonsten ist zwar viel Landschaft zu sehen,
aber es ist lausig kühl und die Straßen ernüchternd gerade. Meine
Unterkunft in Šiauliai finde ich auf Anhieb, sie ist nicht ganz so
gut wie die in Vilnius, aber nur knapp verfehlt. Die Stadt ist
touristisch etwas unterentwickelt, leichter "Osteuropa"- Charme mischt
sich mit einer langen Fußgängerzone, einem großen Hauptplatz und
einer Kirche. Gut, nachdem ich die Highlights abgelaufen und
fotografiert habe, suche ich mir ein Restaurant, das litauische
Spezialitäten auf der Karte hat. Das Fleischgericht, dass ich mir
aussuche, hätte auch einen mittelgrossen litauischen Holzfäller satt
gemacht... Ein einziger Pub in der Stadt hat heute länger als 22:00
auf - und es ist diesmal ein richtiger Irish Pub! Um 11:00 will ein
letztes kleines Bier haben - darauf die Bedienung: "We don‘t have
small beers!" F*ck! Die Hälfte lasse ich demzufolge zur Theke
zurückwandern.
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| Sehr speziell: Der "Hill of crosses" |
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Tausende Kreuze finden
sich dort! |
Nix los in Šiauliai... |
Der zentrale Platz -
auch hier ziemlich tote Hose. |
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Die Sonnenuhr hat
heute nichts zu lachen. |
Ein echter Irish
Pub... |
...mit stilvoller
Einrichtung. |
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| Auf der Herrentoilette
wird streng bewertet... ;-) |
Nachts - immer noch
nichts zu sehen. |
Tag 8 (Šiauliai-Kuldiga, ca. 300
km):

Trübe sieht‘s aus, aber die
Sonne soll sich im Laufe des Tages blicken lassen. Gegenüber
werden die Kinder von ihren Helikoptereltern mit dem SUV zur Schule
gefahren - also alles wie bei uns... Der nächste Supermarkt ist 800 m
entfernt, da kann ich ein paar Kalorien abbauen vor dem Frühstück.
Es ist richtig kühl, der dünne Pullover hilft ein wenig. Ab der
Grenze zu Lettland wird‘s erstmal zäh: viele, viele Baustellen und
die Straßen sind einfach furchtbar - soll das so bleiben? Zum Glück
nicht... Die Landschaft hat sich etwas geändert seit dem
Grenzübertritt, mehr Abwechslung, mehr Farben, auch die
Architektur wandelt sich zusehends: die Holzhäuser haben nicht
mehr den für Litauen typischen Erker vor dem Haus. Um mir ein altes
Landhaus kurz vor Kuldiga ansehen zu können, biege ich von der
Hauptstraße auf eine Lehm- und Schotterpiste ab, keine gute Idee! Ein
paar Mal liege ich fast auf der Nase, irgendwann muss ich undrehen,
es wird zu rutschig. Die BMW sieht aus wie durch den Schlamm
gezogen! Am Zielort finde ich eine Tanke, wo ich neben Benzin auch
noch eine Hochdruckdusche für die BMW finde - das Mopped freut
sich! Kuldiga überrascht mich, es gibt eine hübsche, halb
verwitterte Altstadt, einen kleinen "Wasserfall" und sogar eine
Brauerei! Die besuche ich, sie hat auch noch auf, aber die Küche
hat schon geschlossen. Ein kleines Bier und ein T-Shirt sollen‘s
sein - das Bier passt rein, ich in‘s T-Shirt aber nicht: trotz
Größe L ist es mir deutlich zu groß, M ist nicht am Lager... Aber
die Bedienung gibt mir einen Tipp für ein Restaurant, das
landestypische Speisen anbietet - der Tipp ist Gold wert! Von zu
Hause höre ich, das heute in Vilnius Drohnenalarm war und alles in
die Schutzbunker geflüchtet ist - Schlimm! Nach dem Essen zieht‘s
mich in ein Spielkasino, das ist der einzige Ort, wo man zu später
Stunde noch was zu trinken bekommt, und Billard gibt‘s auch! Eine
Stunde für 5 Euro, das ist fair, das gönne ich mir.
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| Idyllische Szenerie. |
Wie in Polen sind auch
hier oft Storchennester zu sehen. |
Das wäre durchaus
ein Ölgemälde wert. |
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| Auf Schotterpiste
unterwegs. |
Ein renoviertes Zimmer
mit rustikalem Charme. |
Hier muß man
allerdings rück- und seitwärts "einparken" und den
Kopf
einziehen! :-) |
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Wieder eine prächtige
kleine orthodoxe Kirche. |
Hmh - was macht der
gelbe kleine Typ hier? |
Eine schöne, leicht
angestaubte Altstadt ist das. |
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| Der Marktplatz. |
Am Fluß "Venta". |
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| Es gibt sogar so was wie einen kleinen
Wasserfall. |
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| DAS macht mal wieder
Spaß! |
Bei Nacht besonders
attraktiv. |
Tag 9 (Kuldiga-Jelgava, ca. 380
km):

Ziemlich früh bin ich auf und mache mich parat, nach wenigen
Metern sichte ich einen offenen Supermarkt und hole mir ein
Frühstück auf die Faust. Die Strecke entlang der Nordwestküste ist
ermüdend - fast nur schnurgeradeaus. Eine verlassene
Hochhaussiedlung fasziniert mich, während über mir eine Hobby-
Drohne kreist. Weiter geht‘s nach Dundaga, wo ein Stein-Krokodil
lauert - angeblich das Vorbild für "Crocodile Dundee"... Endlich kommt
mal wieder eine Tankstelle in Sicht, die meine BMW leersäuft. Das
schöne alte Landschloß Jaunmokas ist mein letztes Ziel vor
Jelgava. Ich bin total im Eimer, stelle mir den Wecker auf eine
Stunde und mache mich lang. Bis in‘s Stadt- zentrum ist‘s weit, es
gibt nicht allzuviel zu sehen, die Stadt ist nicht klein,
Sehenswürdigkeiten aber rar - abgesehen von der orthodoxen Kirche, die
sowohl von Außen als auch von Innen ein echtes Kleinod darstellt. Ich
laufe auch noch das kleine historische Stadtzentrum an, das zu
dieser Stunde absolut vereinsamt daliegt. Ich habe Hunger und
Durst, die Auswahl ist an einem Donnerstag nicht sehr groß, ich
lande schließlich in einer (meiner Meinung nach) "Russenbar", wo
viel Death Metal Musik gespielt wird, aber hier gibt‘s was zu
futtern und zu trinken, sogar ein lokaler Whiskey ist drin. Ich ordere
eine Art kleine Reibekuchen mit Fleischstreifen, angesichts der
Musik sind‘s womöglich die Innereien von kürzlich Verstorbenen...
:-) Ich unterhalte mich nett mit einem Letten, dann wird‘s Zeit:
Eine 3/4 Stunde zurück ist fällig, die von zahlreichen Fotos
unterbrochen wird. Als ich sehe, dass ein "Fahr-durch- Restaurant"
eines amerikanischen Schnell-Essen-Anbieters noch offen hat,
gelüstet es mich trotz des Abendessens noch nach einem Käse- und
Alibi-Gurken Brötchen und frittierten französischen
Kartoffelstäbchen, das genehmige ich mir leider auch noch. Ich
komme ohne Code nicht in mein Hotel, aber es gibt eine Hotline. Ein
älterer Herr öffnet mir die Tür, ich hole mir mein letztes
litauisches Dosenbier aus der Tasche und blockiere die Tür mit meiner
Tasche - geht doch!
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Die Riežupes Smilšu
Alas Sandhöhlen - noch zu. |
Būšnieku ezers -
ruhiger See. |
Verlassene Siedlung. |
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| Etwas gruselig... |
...auch von Innen. |
Endlose gerade
Straße... |
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| In Dundaga. |
Jaunmokas Palast -
auffällig. |
In Jelgava ist
offenbar Kirmes. |
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| Das Kunstmuseum. |
Sv. Simeona un Sv.
Annas pareizticīgo Kathedrale. |
Wunderschön
ausgeschmückt. |
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| Und noch eine
prachtvolle Kirche. |
Altstadt - leider
unbelebt. |
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| Partyschiff? Keine
Ahnung... |
Schön gestylte
Fußgängerbrücke "Mitava". |
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