Baltikum - 13.05. - 08.06.2026

Tag 4 (Kaunas-Vilnius, ca. 405 km):

09:00 - das feierwütige Kaunas schläft noch, während ich mir Frühstück
organisiere. Der Supermarkt ist komplett ohne Personal mit Selbstbedienungs-
kassen! Leider tröpfelt es schon etwas, der Tag wird naß... Bald ziehe ich die
Regensachen an, den Abstecher nach Birštonas schenke ich mir - der geht
nämlich über eine ziemlich aufgeweichte Schotterpiste! Dafür sehe ich mir den
Grutas Skulpturenpark an: ein Millionär hat dort, als in den 90er und 2000er
Jahren überall die kommunistischen Statuen und Büsten abgebaut wurden,
diese aufgesammelt und in einem Freiluftpark verteilt, das Ganze hat man noch
mit einer Art Mini-Zoo kombiniert - sehr skurril. Obwohl neuer Regen droht,
fahre ich noch das Wasserschloß von Trakai an, sehe es mir aber nur von außen
an. Aber dort kann ich an einem der zahlreichen Souvenirstände ein erstes T-Shirt
ergattern. In Vilnius finde ich meine Unterkunft wieder nicht auf Anhieb, sie ist
ebenfalls in einem Hinterhof. Abgesehen vom etwas verlebten Parkett sieht alles
gut aus. Schnell für 3 mal Frühstück holen, dazu 3 Büchsen Bier, der Supermarkt
im Künstlerviertel Uzopio ist dem Touri-Ansturm an diesem Samstag kaum ge-
wachsen, ich muß 10 Minuten an der Kasse warten. Dann werden die ersten
Klamotten im Waschbecken gewaschen, bis es Zeit für‘s Abendbrot ist. Ein
kleines Restaurant bietet lokale Speisen an, ich ordere eine Art Kartoffelklöße
mit Füllung, mal sehen, was die können... Die können richtig was! Am kleinen
Platz, wo ich diniere, wird live gerappt, die Menge feuert den Sänger kräftig an
- leider verstehe ich kein Wort! Ich wechsele zu einer kleinen lokalen Bar, die
ein ordentliches Bier und 2 Whiskeys für mich parat hält. Ich unterhalte mich
mit einer Litauerin, die in Holland aufgewachsen ist und ziemlich gut und schnell
zwischen Litauisch, Englisch und Niederländisch wechseln kann und einem total
betrunkenen älteren Litauer, der kein Englisch spricht, dafür etwas nervt. Um
01:30 ist Feierabend, wenigstens kann ich ausschlafen.

 

 

 
DIE "Straße" schenke
ich mir...
Grutas Skulturenpark. Sehr skurril.
Ziemlich grimmig! Ein bekannter Redner...
Überall im Park verteilt. Im Nationalpark Dzūkija.
Eindrucksvoller Ausblick.
Trakai - sehr fotogene
alte Holzhäusschen.
Wasserburg Trakai. Vinius, das Künstlerviertel
"Uzopia" mit eigener Verfassung!
Obwohl es hier sogar
Fish & Chips gibt...
...entscheide ich mich anders. Eine kuschelige kleine Bar.

Tag 5 (Vilnius Stadtbesichtigung, zu Fuß)

Die Wettervorhersage ist deutlich umgekippt, hoffentlich gibt es keinen
Dauerregen. Es bleibt zum Glück wettertechnisch wunderschön, ich laufe
eine Menge Stationen aus meinem Navi ab: diverse Kirchen, die Künstlergasse,
den Castle Tower mit einem sagenhaften Rundblick über die Stadt, das
moderne Hochhausviertel nebst unweit davon gelegenem Holzhausviertel (!),
bis mir die Puste ausgeht. Ein kleines Café hat ein Stück Käsekuchen und
eine Tasse Schokolade, die mir wieder ein wenig auf die Beine helfen. Eine
3/4 Stunde später bin ich zurück in der Unterkunft und mache mich vor dem
Abendbrot erstmal eine halbe Stunde lang... Keine Ahnung, wie viele Kilometer
ich heute gelaufen bin, aber es werden ziemlich viele sein - wenn das Navi
Recht hat, waren es heute knapp über 30 km - und ich marschiere nach dem
Abendessen nochmal los! Ein Irish Pub ist schnell gefunden, ein Guinness und
ein Glenmorangie Whiskey stehen bald auf meinem Tisch.

 

Die "Verfassung" von Uzopia. Ist das Kunst oder
kann das weg?
Eindeutig: Kunst!
Biserica Ortodoxă
Saint Parasceve.
Prächtig dekoriert, wie so oft
in orthodoxen Kirchen.
Rathausplatz mit Webcam-
Monitor (rechts).
     
Motorradtreff mit manchen... ...schönen Oldtimern. Weit reicht der Blick.
Turgus Markhalle. Hier gibt es reichlich Auswahl. An der Basilica.
"Gewdiminas" Tower. Die Ausblicke auf
die Neu-...
...und die Altstadt
sind fabelhaft.
Der Genosse scheint hier
wenig beliebt zu sein...
Viele alte Holzhäuser... ...die meisten sind bewohnt!
Das Warensortiment lässt Rückschlüsse
auf den Verwendungszweck zu...
Altstadt bei Nacht.
Der Rathausplatz ist
fast menschenleer.
Mich zieht's dahin, wo noch
was los ist.

Tag 6 (Vilnius Stadtbesichtigung, zu Fuß)

Es tröpfelt schon am Morgen, fragt sich, ob sich der Regen tagsüber in
Grenzen hält oder nicht. Auf jeden Fall ist heute Anorak-Wetter. Leider
regnet es sich kräftig ein, trotzdem laufe ich eine 3/4 Stunde und sehe mir
die Peter und Paul Kathedrale an, die von außen nicht viel hermacht. Innen
dagegen ist sie wahrlich eine Augenweide: prachtvoll dekoriert mit weißen
Stuckverzierungen, Gemälden und Skulpturen. Ich trotte wieder zurück zur
Unterkunft und gucke in meine Wetter-App - sieht nicht gut aus bis zum frühen
Nachmittag... Was kann man da machen? Nicht viel: Wieder ins Bett legen
oder den Fernseher an, Bier saufen und Chips fressen. Ich penne lieber eine
Runde und warte ab. Ab dem frühen Nachmittag hört‘s endlich erstmal auf,
ich stiefele los. Die Kathedrale nehme ich mir nochmal vor, dann eine weitere
schöne Kirche. In einer Seitenstrasse sichte ich einen etwas untypischen
Souvenirladen, der hat auch Musik. Die nette junge Frau gibt sogar ein paar
Hörproben der CD’s, ich nehme 2 Stück mit. Der Regen setzt wieder ein,
was nun? Museum wäre eine gute Idee, aber die meisten haben Montags zu.
Das Museum der Illusionen hat auf, das steuere ich an - nett gemacht, aber
mit 15 Euro auch nicht ganz billig. Langsam trete ich den Rückzug an, nicht
ohne noch eine weitere Kirche aufzusammeln, die am Wegesrand wartet.
Ich bin ziemlich platt nach diesen 2 Tagen Besichtigungstour... In der
Unterkunft werden Fotos und Videos gesichert, das wird auch Zeit. Es
regnet schon wieder, als ich zwecks Nahrungs- und Getränkeaufnahme die
Unterkunft verlasse. Eine Art Teigtaschen mit Yoghurt- und Minzgeschmack
landet in meinem Magen - nicht übel. Mich zieht‘s noch mal in die Stadt,
eine andere Bar lockt. Auch diesmal kein "richtiger" Irish Pub, aber geht
in Ordnung. Ein Guinness und ein japanisches Asahi Bier munden, zusammen
mit 2 Whiskeys. Ich frage nach dem Pub T-Shirt, leider ist‘s nicht verkäuflich.
Die Bedienung findet aber noch eines, sogar in der passenden Größe und
schenkt es mir! Ich bedanke mich mit einem 10er für die Trinkgeldkasse.
Auf dem Rückweg zur Unterkunft tröpfelt es schon wieder...

Sehenswert: der
Kathedralenplatz.
Im Museum der Illusionen... ...sind zahlreiche...
...moderne und klassische
Effekte zu sehen.
Beindruckende Architektur. Der Vorplatz der
Biserica Ortodoxă.
Stimmige Einrichtung. Aber diese gefällt mir besser! Mal was Neues an
Straßendekoration.


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TIPP:
Zwei Tage Zeit sollte man für eine ausgiebige Besichtung von Vilnius einplanen.
-  Rund um Vilnius sind recht viele fest installierte Radarfallen anzutreffen,
   generell scheinen Geschwindigkeitsbegrenzungen aber eher als Empfehlungen
   denn als verbindliche Regeln angesehen zu werden...
-  Was mir in Vilnius auch schnell aufgefallen ist: Es gibt teils Unmengen an
   privaten und öffentlichen Überwachungskameras.

Letztes Update: 22.06.2026