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Tag 1 (Bonn-Kiel, ca. 550
km):

Nach den Morgenaktivitäten
geht‘s um 10:30 los. Das Wetter sieht bescheiden aus,
was sich im Laufe des Tages
noch beweisen soll… Kurz vorm Köln/Bonner Flug- hafen mache ich
einen Fehler und wähle die rechte Spur, wo sich ein Riesenstau
entwickelt, der 20 Minuten Zeit frisst. Vor Osnabrück kommt ein
ziemlich starker Regenschauer runter, ich muß die kompletten
Regensachen anlegen. Dann staut‘s auch noch gewaltig, ich mogele
mich auf der Rettungsgasse durch - bis hinter einem LKW ein
Polizeiwagen auftaucht, der mir sein "Bitte folgen" Schild zeigt -
Oje... 10 Minuten fahre ich hinter ihm her, bis man mich vorbei
winkt und ein Beamter mir zuruft, daß ich gar nicht gemeint bin!
Uff... Rund um Hamburg wartet der nächste Stau, wieder garniert mit
einem kräftigen Regenguß. Ich habe noch etwas Luft bis zum Check-in
auf der Fähre, daher biege ich ab und besuche Freund
Holger für
eine halbe Stunde, der sich sichtlich freut. Weiter geht‘s nach
Kiel, der "Ostuferhafen" ist gut ausgeschildert. Trotz Ticket muß
man sich vor dem Check-in noch registrieren, dann erst bekommt man
die Bordkarte und den Zimmerschlüssel. Zu dumm, daß ich auf dem
untersten Deck geparkt werde und meine Kabine ganz oben ist - bis ich
mein Gepäck die Treppen raufgeschleift habe, bin ich fertig wie
ein Mettbrötchen... Rasch umziehen, dann auf‘s Deck für ein paar
Fotos. Ich esse eine Kleinigkeit, dann wartet die Bordbar mit einem
litauischen Bier und einem japanischen Whiskey.
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Wieder einmal bereit
für die Abfahrt. |
Freund Holger's
Renn-Mofa. |
Zum Glück habe ich
Platz in der Kabine. |
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| Die Fähre legt ab. |
Der Himmel macht
was her. |
Nachts auf dem
Oberdeck. |
Tag 2 (Kiel-Klaipeda, ca. 800
km, Fähre):

Der Tag startet trüb, dichte
graue Wolken liegen schwer über der Ostsee. Mich verwirrt etwas,
das mein Telefon und meine Fitnessuhr unterschiedliche Zeiten
anzeigen, aber dennoch beide falsch gehen: Litauen ist eine Zeitzone
voraus, ich muß die Uhrzeiten manuell einstellen. Ein Croissant und
eine heiße Schokolade sind mein Frühstück, der Rest des Tages
vergeht mit Lesen einer Zeitschrift, Dösen und gelegentlichen
Rundgängen an Deck. Internet gib‘s nur mit teurem Gutschein - geht
auch mal ohne - aber nur bis zum Nachmittag, als mir allmählich
langweilig wird. Zum Glück ist die Ostsee ziemlich ruhig, ich habe gut
geschlafen, man merkt kaum das wenige Schwanken des Schiffs und die
leichten Vibrationen der Motoren. Ich probiere aus dem Bordbistro
eine Art von frittiertem Brot, das mit Schmelzkäse gereicht wird -
nicht mein Fall, ich muß über die Hälfte davon entsorgen. Auf See
vor Klaipeda regnet es noch, im Hafen sieht‘s etwas besser aus.
Ich weiß leider nicht mehr, auf welchem Deck meine BMW steht, das wird
nicht lustig... Aber es klappt auf Anhieb - im Gegensatz zu meinem
Helmvisier, dessen Mechanik mich schier in den Wahnsinn treibt!
Schnell zur Unterkunft, umziehen und ab in die Stadt, in einer
Brauerei bekomme ich einen saftigen Burger, ein lokales Bier, einen
japanischen Whiskey (!) und eine nette Unterhaltung mit einem
Besucher aus Vilnius. Danach schlendere ich noch ein wenig in der
Dunkelheit herum und lande in einem netten Blues- Pub, der ein
Guinness und einen Glenmorangie Whiskey für mich bereithält.
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| Klaipeda - der Hafen. |
Ein leckerer Burger. |
Stimmt das? |
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Eine interessant
ausstaffierte Kneipe. |
Nix mehr los... |
Hübsche Fassaden
und... |
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| ...Alleen. |
Seltsame Getränke
gibt es hier.... |
Aber auch ein paar
(k)alte Bekannte. |
Tag 3 (Kleipeda-Kaunas, ca. 410
km, Fähre):

Ein Supermarkt hat einen Schoko-Croissant und Apfelsaft für‘s
Frühstück, das Wetter sieht erstmal gut aus. Ich fahre mit der
Fähre auf die kurische Nehrung, die Dünen sind durchaus fotogen,
die Straße dahin etwas eintönig und buckelig. Das Ganze kostet für
ein Motorrad 10 Euro "Eintritt" - lohnt sich‘s? Ich denke schon.
Zurück nach Klaipeda, ich schenke mir einen kleinen Schlenker gen
Norden, sonst dauert es zu lang. Über Landstraße geht es Richtung
Kaunas, die Strecke lässt zwar Kurven und Hügel vermissen, dafür
kann man die Ausblicke auf Dörfer und die blühenden Felder
genießen. Mein Apartment in Kaunas ist etwas kniffelig zu finden,
da in einem Hinterhof, aber das Zimmer ist sehr gut. Abladen,
umziehen und los geht‘s in die Stadt, die bei diesem herrlichen Wetter
aus allen Nähten platzt. Es gibt einiges zu sehen: imposante
Plätze, belebte Szene- Straßen, Kirchen undundund. Ich sehe mir
noch einiges an, bevor es zu Tisch geht, diesmal probiere ich was
Lokales: eine Art Brot in Pizzaform mit Käsefüllung, nennt sich
"Khachapuri", stammt aus der georgischen Küche und ist ausgezeichnet.
Die Esten sind bekanntermaßen digital weit vorne, aber meiner
Meinung nach stehen die Litauer dem im Alltag kaum nach: Menüs im
Restaurant gibt‘s fast nur digital und auch das Trinkgeld wird
digital einer Person zugewiesen. 2 km weiter gibt‘s auch noch was:
ein Guinness und einen Singleton Whiskey. 00:30 - auf Kaunas‘
Flaniermeile ist immer noch Halli- Galli, inkl lauter Musik auf der
Straße.
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| Schmucke kleine
Kirche. |
Kurische Nehrung -
oben liegt Russland. |
Die Dünen können
erwandert werden. |
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Die Wimpel zeigen den
Heimathafen der Schiffe an. |
Irgendwo... |
Weiße Kirche vor
bedrohlich schwarzen Wolken. |
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Typisches dörfliches
Haus, wenn auch verlassen. |
Erster Blick auf
Kaunas. |
Schmucker Bobber. |
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| Hier ist was los! |
Platz der Einheit. |
Typische
Altstadtstraße. |
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| Der zentrale Platz. |
An der Nemunas. |
Bunt geht's zu. |
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