Baltikum - 13.05. - 08.06.2026

Tag 1 (Bonn-Kiel, ca. 550 km):

Nach den Morgenaktivitäten geht‘s um 10:30 los. Das Wetter sieht bescheiden aus,

was sich im Laufe des Tages noch beweisen soll… Kurz vorm Köln/Bonner Flug-
hafen mache ich einen Fehler und wähle die rechte Spur, wo sich ein Riesenstau
entwickelt, der 20 Minuten Zeit frisst. Vor Osnabrück kommt ein ziemlich starker
Regenschauer runter, ich muß die kompletten Regensachen anlegen. Dann staut‘s
auch noch gewaltig, ich mogele mich auf der Rettungsgasse durch - bis hinter einem
LKW ein Polizeiwagen auftaucht, der mir sein "Bitte folgen" Schild zeigt - Oje...
10 Minuten fahre ich hinter ihm her, bis man mich vorbei winkt und ein Beamter mir
zuruft, daß ich gar nicht gemeint bin! Uff... Rund um Hamburg wartet der nächste
Stau, wieder garniert mit einem kräftigen Regenguß. Ich habe noch etwas Luft bis
zum Check-in auf der Fähre, daher biege ich ab und besuche Freund Holger für
eine halbe Stunde, der sich sichtlich freut. Weiter geht‘s nach Kiel, der "Ostuferhafen"
ist gut ausgeschildert. Trotz Ticket muß man sich vor dem Check-in noch registrieren,
dann erst bekommt man die Bordkarte und den Zimmerschlüssel. Zu dumm, daß ich
auf dem untersten Deck geparkt werde und meine Kabine ganz oben ist - bis ich
mein Gepäck die Treppen raufgeschleift habe, bin ich fertig wie ein Mettbrötchen...
Rasch umziehen, dann auf‘s Deck für ein paar Fotos. Ich esse eine Kleinigkeit, dann
wartet die Bordbar mit einem litauischen Bier und einem japanischen Whiskey.

 

 

 
Wieder einmal bereit
für die Abfahrt.
Freund Holger's Renn-Mofa. Zum Glück habe ich
Platz in der Kabine.
Die Fähre legt ab. Der Himmel macht
was her.
Nachts auf dem Oberdeck.

Tag 2 (Kiel-Klaipeda, ca. 800 km, Fähre):

Der Tag startet trüb, dichte graue Wolken liegen schwer über der Ostsee. Mich
verwirrt etwas, das mein Telefon und meine Fitnessuhr unterschiedliche Zeiten
anzeigen, aber dennoch beide falsch gehen: Litauen ist eine Zeitzone voraus, ich
muß die Uhrzeiten manuell einstellen. Ein Croissant und eine heiße Schokolade
sind mein Frühstück, der Rest des Tages vergeht mit Lesen einer Zeitschrift,
Dösen und gelegentlichen Rundgängen an Deck. Internet gib‘s nur mit teurem
Gutschein - geht auch mal ohne - aber nur bis zum Nachmittag, als mir allmählich
langweilig wird. Zum Glück ist die Ostsee ziemlich ruhig, ich habe gut geschlafen,
man merkt kaum das wenige Schwanken des Schiffs und die leichten Vibrationen
der Motoren. Ich probiere aus dem Bordbistro eine Art von frittiertem Brot, das
mit Schmelzkäse gereicht wird - nicht mein Fall, ich muß über die Hälfte davon
entsorgen. Auf See vor Klaipeda regnet es noch, im Hafen sieht‘s etwas besser
aus. Ich weiß leider nicht mehr, auf welchem Deck meine BMW steht, das wird
nicht lustig... Aber es klappt auf Anhieb - im Gegensatz zu meinem Helmvisier,
dessen Mechanik mich schier in den Wahnsinn treibt! Schnell zur Unterkunft,
umziehen und ab in die Stadt, in einer Brauerei bekomme ich einen saftigen Burger,
ein lokales Bier, einen japanischen Whiskey (!) und eine nette Unterhaltung mit
einem Besucher aus Vilnius. Danach schlendere ich noch ein wenig in der
Dunkelheit herum und lande in einem netten Blues- Pub, der ein Guinness und
einen Glenmorangie Whiskey für mich bereithält.

 

Klaipeda - der Hafen. Ein leckerer Burger. Stimmt das?
Eine interessant
ausstaffierte Kneipe.
Nix mehr los... Hübsche Fassaden und...
     
...Alleen. Seltsame Getränke
gibt es hier....
Aber auch ein
paar (k)alte Bekannte.

Tag 3 (Kleipeda-Kaunas, ca. 410 km, Fähre):

Ein Supermarkt hat einen Schoko-Croissant und Apfelsaft für‘s Frühstück, das
Wetter sieht erstmal gut aus. Ich fahre mit der Fähre auf die kurische Nehrung,
die Dünen sind durchaus fotogen, die Straße dahin etwas eintönig und buckelig.
Das Ganze kostet für ein Motorrad 10 Euro "Eintritt" - lohnt sich‘s? Ich denke
schon. Zurück nach Klaipeda, ich schenke mir einen kleinen Schlenker gen
Norden, sonst dauert es zu lang. Über Landstraße geht es Richtung Kaunas,
die Strecke lässt zwar Kurven und Hügel vermissen, dafür kann man die Ausblicke
auf Dörfer und die blühenden Felder genießen. Mein Apartment in Kaunas ist
etwas kniffelig zu finden, da in einem Hinterhof, aber das Zimmer ist sehr gut.
Abladen, umziehen und los geht‘s in die Stadt, die bei diesem herrlichen Wetter
aus allen Nähten platzt. Es gibt einiges zu sehen: imposante Plätze, belebte Szene-
Straßen, Kirchen undundund. Ich sehe mir noch einiges an, bevor es zu Tisch geht,
diesmal probiere ich was Lokales: eine Art Brot in Pizzaform mit Käsefüllung, nennt
sich "Khachapuri", stammt aus der georgischen Küche und ist ausgezeichnet. Die
Esten sind bekanntermaßen digital weit vorne, aber meiner Meinung nach stehen
die Litauer dem im Alltag kaum nach: Menüs im Restaurant gibt‘s fast nur digital
und auch das Trinkgeld wird digital einer Person zugewiesen. 2 km weiter gibt‘s
auch noch was: ein Guinness und einen Singleton Whiskey. 00:30 - auf Kaunas‘
Flaniermeile ist immer noch Halli- Galli, inkl lauter Musik auf der Straße.
 
Schmucke kleine Kirche. Kurische Nehrung -
oben liegt Russland.
Die Dünen können
erwandert werden.
Die Wimpel zeigen den
Heimathafen der Schiffe an.
Irgendwo... Weiße Kirche vor
bedrohlich schwarzen Wolken.
Typisches dörfliches Haus,
wenn auch verlassen.
Erster Blick auf Kaunas. Schmucker Bobber.
Hier ist was los! Platz der Einheit. Typische Altstadtstraße.
Der zentrale Platz. An der Nemunas. Bunt geht's zu.


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TIPP:
Lange Fährverbindungen verlangen viel Geduld...
-  Wo es angeboten wird, sollte man die Mahlzeiten auf den Fähren vorab
    buchen, sonst kann es unangenehm teuer werden!
-  Kaunas ist definitiv einen Besuch wert: Viel gilt es zu entdecken, die Plätze,
    die Altstadt und die kleinen Gassen sind absolut sehenswert.
-   In Kaunas sehe und höre ich am Freitagabend viele Auto- und Motorradfahrer,
    die mit lauten Auspuffrohren und viel zu viel Gas die Hauptstraßen unsicher
     machen, der Verkehr am Abend gemahnt Fußgänger zur Vorsicht...

Letztes Update: 21.06.2026